Halloween aus dem eigenen Kleiderschrank
Halloween aus dem eigenen Kleiderschrank
Kann das Outfit vom letzten Halloween dieses Jahr in einem völlig neuen Look erstrahlen? Eine separate britische Studie ergab, dass zwei von fünf Kostümen nur einmal getragen werden. Bevor du also dieses Jahr ein neues Kostüm kaufst, wähle einfach eine markante Silhouette aus deinem Kleiderschrank.

Zahlen, gruseliger als jedes Gespenst
Eine gemeinsame Untersuchung der britischen Umweltorganisation Hubbub und des Fairyland Trust liefert erschreckende Einblicke. Dabei wurden die Materialien von Halloween-Kostümen analysiert, die von 19 großen Händlern – darunter ASOS, Amazon, John Lewis und Tesco – verkauft werden.
Das Ergebnis:
83 % der verwendeten Materialien bestanden aus erdölbasiertem Kunststoff, und satte 69 % des gesamten Materials machten Polyester aus. Der Bericht schätzt, dass entsorgte Halloweenkostüme im Vereinigten Königreich rund 2.079 Tonnen Plastikmüll verursachen – das entspricht etwa 83 Millionen Plastikflaschen.
Und wohlgemerkt: Diese Zahlen beziehen sich allein auf den britischen Markt. Es handelt sich nicht um weltweite Daten, sondern um eine einzige Saison in einem einzigen Land.
Das sind erdrückende Zahlen. Aber dieser Beitrag soll dir nicht den Spaß an Halloween verderben – ganz im Gegenteil.
Gute Kostüme kauft man nicht von der Stange, man stylt sie selbst
Das eigentliche Problem bei Fast-Fashion-Kostümen ist nicht nur die Umwelt. Es fehlt ihnen schlichtweg an Individualität.
Unzählige Leute tragen exakt dasselbe Kostüm aus demselben Laden. Sobald du auf der Party jemandem im identischen Look begegnest, fühlt sich das Ganze eher wie eine Einheitsuniform an.
Ein Kostüm, das du aus deinem eigenen Kleiderschrank zusammenstellst, lässt sich hingegen perfekt an deinen persönlichen Stil anpassen. Außerdem macht es unglaublich viel Spaß, vorhandene Teile völlig neu zu kombinieren.
Secondhand-Läden, Kostümverleihe oder ein Tausch mit Freund:innen eröffnen dir noch viel mehr Möglichkeiten. Da das Angebot je nach Region variiert, lohnt sich ein Blick in die Vintage- und Secondhand-Shops deiner Stadt.

Wie also durchforstet man den eigenen Kleiderschrank am besten?
Die 3-Schritte-Formel für dein DIY-Kostüm
Schritt 1: Entscheide dich für eine klare Silhouette.
Wenn du zuerst an einen bestimmten Charakter denkst, scheitert der Look meist schnell – denn wer hat schon das exakte Outfit parat? Mach es genau umgekehrt: Suche dir zuerst das markanteste Kleidungsstück oder die prägnanteste Silhouette aus deinem Kleiderschrank aus und überlege rückwärts, welche Figur dazu passt.
Ein langer Trenchcoat wird zum Detektiv oder Detective Noir; ein All-Black-Look verwandelt sich in eine Katze, einen Schatten oder eine Meisterdiebin; ein weißes Hemd mit Blazer wird im Handumdrehen zum Office-Zombie. Steht die Silhouette erst einmal, ergibt sich der Rest von selbst.
Schritt 2: Bleib bei einem einheitlichen Farbschema.
Das ist der schnellste Trick für ein stimmiges und hochwertiges Erscheinungsbild. Zu viele durcheinandergewürfelte Farben wirken schnell wie „wahllos zusammengewürfelt“, während ein monochromer Look sofort nach einem durchdachten Konzept aussieht. Setzt du auf eine einzige Farbe, reicht oft schon ein einziges Detail, um den Charakter perfekt zu definieren.
Schritt 3: Setze auf ein einziges, starkes Accessoire.
Ein Hut, eine Maske, Handschuhe oder eine auffällige Brille – mehr brauchst du meistens nicht. Die Wirkung eines Kostüms entscheidet sich fast immer an einem markanten Accessoire im Kopf- oder Gesichtsbereich. Und das Beste: Solche Accessoires nehmen kaum Platz weg und lassen sich problemlos fürs nächste Jahr aufbewahren.
Noch ein Extra-Tipp: Tausche Kleidung mit deinen Freund:innen! Ein Teil, das du selbst kaum noch anziehst, könnte für jemand anderen der perfekte Kostüm-Artikel sein. So verdoppelst du deine Styling-Optionen – bei genau 0 Euro Kosten.
Wenn die Party vorbei ist
Nach der Feier wandern die Sachen einfach in die Wäsche und zurück an ihren gewohnten Platz. Das ist der letzte und zugleich wichtigste Schritt beim Styling aus dem eigenen Kleiderschrank.
Auch gekaufte Kostüme lassen sich durch Wiederverwenden, Tauschen oder Upcyclen deutlich länger nutzen. Teile aus deinem Alltagskleiderschrank werden nach dem Waschen einfach wieder zu deinen ganz normalen Lieblingstextilien. Der Schlüssel liegt darin, ein Teil auf verschiedenste Weisen zu tragen.
Speichere dein fertiges Kostüm als Outfit in der Acloset-App ab. So musst du dir im nächsten Oktober nicht wieder den Kopf zerbrechen, was du letztes Mal anhattest. Mit den Jahren baust du dir so dein ganz persönliches Kostüm-Archiv auf – ein kreatives Stil-Tagebuch, das viel mehr Spaß macht als jeder Neukauf.
Bevor du dieses Halloween losziehst, um etwas Neues zu kaufen: Öffne zuerst deinen Kleiderschrank. Du hast bereits mehr als genug, um großartig auszusehen.
❓ Häufige Fragen
F: Sollte ich bereits gekaufte Kostüme wegwerfen?
A: Auf keinen Fall! Das Schlimmste ist, etwas zu kaufen und dann ungenutzt liegenzulassen. Wenn du schon Kostüme hast, trage sie über mehrere Jahre, leihe sie an Freund:innen aus oder verkaufe bzw. spende sie weiter, wenn du sie wirklich nicht mehr anziehst.
F: Kann man auch Kinderkostüme aus dem Kleiderschrank zusammenstellen?
A: Das geht oft sogar noch einfacher! Bei Kindern entscheidet meist ein einzelnes Detail über das Kostüm: Ein Cape, ein Haarreif mit Tierohren oder eine Mütze reichen meist schon völlig aus – und lassen sich im nächsten Jahr problemlos wiederverwenden.
F: Kann mir Acloset bei der Suche nach Kostüm-Ideen helfen?
A: Wenn du deinen Kleiderschrank nach Farb-Tags filterst, siehst du sofort monochrome Kombinationen wie „All-Black“ oder „All-White“, die das perfekte Fundament für viele Kostüme bilden. Speichere deinen fertigen Look einfach als Outfit ab, um ihn im nächsten Jahr direkt wieder griffbereit zu haben.
References & Sources:
- Fairyland Trust, "Halloween Plastics: Clothing and Costumes Report," 2019
- Hubbub, UK Halloween costume survey
Veröffentlicht vom Acloset Magazin-Team.