Wie ein einziger Sarong mein Bali-Erlebnis veränderte: Ein Guide zum Dresscode
Wie ein einziger Sarong mein Bali-Erlebnis veränderte: Ein Guide zum Dresscode
Ich stand vor einem kleinen Tempel am Stadtrand von Ubud, in Shorts und einem ärmellosen Top. Eine ältere Frau am Eingang lächelte und reichte mir ein Stück Stoff. Als ich es mir um die Hüften wickelte und die Schärpe band, veränderte sich die Atmosphäre schlagartig. Der Lärm der Touristen-Hotspots verblasste und machte dem Duft von Weihrauch und dem Klingen von Glocken Platz. Dieser eine Sarong verwandelte mich von einer Touristin in eine Besucherin.

Sarongs und Schärpen: Mehr als nur ein Stück Stoff
Bali beherbergt etwa 20.000 Hindutempel, von denen hunderte für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Um diese heiligen Stätten zu betreten, benötigst du zwei unverzichtbare Dinge: einen Sarong und eine Schärpe (Sash).
Ein Sarong ist ein rechteckiges Stoffstück, das von der Taille abwärts bis zu den Knöcheln gewickelt wird, während eine Schärpe ein schmales Band ist, das um die Taille gebunden wird. Um zu verstehen, warum diese Kleidungsstücke obligatorisch sind, muss man sich mit der balinesischen Hindu-Philosophie des Tri Hita Karana beschäftigen – der Harmonie zwischen Gott, Mensch und Natur. Vor allem die Schärpe hat eine spirituelle Bedeutung: Sie markiert die Grenze zwischen dem Oberkörper (dem Geist) und dem Unterkörper (dem Physischen). Es ist nicht nur ein Dresscode, sondern ein Ritual für das Betreten eines geheiligten Raumes.
An den meisten großen Tempeln kannst du einen Sarong und eine Schärpe kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr von etwa 10.000 bis 20.000 IDR (ca. 0,60 bis 1,20 EUR) ausleihen. Ich empfehle jedoch, sich auf einem lokalen Markt in der Nähe deiner Unterkunft ein eigenes Exemplar zu besorgen. Für 50.000 bis 100.000 IDR findest du wunderschöne traditionelle Muster, die du später auf deiner Reise auch als Strandtuch oder leichten Schal wiederverwenden kannst.
In dem Moment, in dem du den Sarong wickelst und die Schärpe bindest, wirst du dich fühlen, als wärst du Teil der Tempellandschaft geworden. Aber neben der Kleidung gibt es noch ein paar andere Regeln, die du kennen solltest.
Mehr als nur der Dresscode: Tempel-Etikette
Seit 2024 hat die balinesische Provinzregierung die Verhaltensregeln für Touristen beim Besuch von Tempeln verschärft. Es geht um mehr als nur den richtigen Look.
Das Bedecken von Schultern und Knien ist die absolute Grundvoraussetzung. Selbst wenn du einen Sarong trägst, solltest du ihn nicht mit einem Crop-Top oder einem Bikini-Oberteil kombinieren. Achte darauf, dass dein Oberkörper mit einem dezenten Shirt oder einer Bluse ordnungsgemäß bedeckt ist.
Zudem werden Personen, die ihre Menstruation haben oder offene Wunden aufweisen, gebeten, den Tempel nicht zu betreten. Hierbei geht es nicht um die Kontrolle von Touristen, sondern um einen religiösen Brauch, den die balinesische Hindu-Gemeinschaft seit Jahrhunderten pflegt.
Sobald du drinnen bist, achte darauf, nicht auf Altäre zu klettern oder auf Opfergaben, die sogenannten Canang Sari, zu treten. Diese kleinen, mit Blumen und Weihrauch verzierten Körbchen, die überall auf dem Boden verteilt sind, sind keine Dekoration – sie sind tägliche Gebete. Zudem gilt es als respektvoll, niemals höher zu stehen als der Priester.
Auch wenn diese Regeln zahlreich erscheinen mögen, führen sie alle auf einen Grundsatz zurück: Denk daran, dass dies ein Ort der Verehrung ist. Dieser Grundsatz wird am häufigsten beim Fotografieren vergessen.

Tempel sind keine reinen Foto-Locations
Balinesische Tempel gehören zu den meistfotografierten Orten der Welt auf Instagram. Dramatische Posen auf Steintreppen oder das Anlehnen an Statuen ergeben tolle Profilbilder, aber wie wirkt das auf die Einheimischen?
Die Verwendung eines Blitzes oder das Hantieren mit einem Selfie-Stick direkt vor jemandem, der gerade betet, ist genauso respektlos wie während eines Gottesdienstes in einer Kirche. Auf Altäre zu klettern, nur um einen besseren Winkel zu bekommen, ist ebenso ein No-Go.
Wenn du Fotos machen möchtest, tu dies leise und halte Abstand zu den Betenden. Vermeide es, dich an Statuen oder Altäre zu lehnen, und achte immer auf Hinweisschilder, da einige Tempel das Fotografieren in bestimmten Zonen untersagen. Drohnen sind in den meisten Tempelarealen ohne Sondergenehmigung generell verboten.
Interessanterweise werden die Fotos, bei denen die Regeln befolgt werden, oft ohnehin besser. Eine Aufnahme von jemandem, der in einem traditionellen Sarong durch einen Schleier aus Weihrauch schreitet, ist viel stimmungsvoller und einprägsamer als eine Pose in Bikini und Sonnenbrille neben einer heiligen Statue.
Die Verbindung zu Bali vertiefen – mit einem Sarong
Die Magie des Sarongs endet nicht an den Tempeltoren. Er ist ein vielseitiger Artikel, der als Strand-Cover-up, als Wickelrock über einem Minikleid beim Abendessen oder als leichte Decke für klimatisierte Cafés funktioniert. Er nimmt fast keinen Platz im Koffer weg, wird aber zu einem wesentlichen Bestandteil deiner Bali-Garderobe.
Wenn du die Tempelstufen mit einem traditionell gemusterten Sarong um die Hüften hinaufsteigst, betrachtest du nicht mehr nur eine Kulisse für ein Foto – du tauchst direkt in die Kultur ein.
❓ FAQ
F: Müssen Männer auch Sarongs tragen?
A: Ja. Unabhängig vom Geschlecht sind Sarongs und Schärpen für den Zutritt zum Tempel obligatorisch. Das Personal am Eingang hilft Männern gerne bei der richtigen Wickeltechnik.
F: Sollte ich einen Sarong kaufen, bevor ich verreise?
A: Du kannst online einen kaufen oder einen dünnen Baumwollschal verwenden, den du bereits besitzt. Es ist jedoch sehr empfehlenswert, einen auf einem lokalen Markt vor Ort zu kaufen, da die Preise besser und die Muster authentischer sind.
F: Was sind die Vorteile, wenn ich einen Sarong in der Acloset-App hinzufüge?
A: Indem du deinen Sarong in deinem digitalen Kleiderschrank registrierst, vergisst du nicht, ihn beim Packen für deine nächste Südostasien-Reise einzusteigen. Du kannst die App auch nutzen, um deine Outfit-Kombinationen für einen Tag vom Strand über den Tempel bis zum Abendessen vorab zu planen.
Referenzen & Quellen:
- Provinzregierung von Bali, „Tourist Behavior Guidelines“, 2024
- Indonesisches Ministerium für Tourismus und Kreativwirtschaft, 2025
- Lonely Planet, „Bali Temple Etiquette“, 2025
Veröffentlicht vom Acloset Magazine Team.